Parkinson

App soll Früherkennung verbessern

Nach Alzheimer ist Parkinson die wichtigste neurodegenerative Erkrankung. Durch die steigende Lebenserwartung nehmen die Fallzahlen weiter zu. Bei der Früherkennung soll nun eine App fürs Smartphone helfen.


Bei Auffälligkeiten rät die App zum arztbesuch.
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Bisher erfolge die Diagnose der Parkinson-Erkrankung meist erst, wenn der Abbau der betroffenen Nervenzellen in der „Schwarzen Substanz“ des Gehirns, welche den Botenstoff Dopamin produzieren, bereits weit fortgeschritten ist, heißt es in einer Mitteilung des Universitätsklinikums Dresden. Dann sei zwar eine Behandlung der Beschwerden möglich, für eine Heilung durch das Aufhalten des Abbaus der Schwarzen Substanz mit neuroprotektiven Therapien sei es aber zu spät.

„Die i-PROGNOSIS-App richtet sich grundsätzlich an alle gesunden Personen ab 40 Jahren“, erläutern Dr. Lisa Klingelhöfer und Prof. Heinz Reichmann von der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus an der TU Dresden. Die Dresdner Neurologen bilden mit ihrer Parkinson-Expertise eines der drei medizinischen Zentren im i-PROGNOSIS-Projekt. Zusätzlich sollen aber auch Patienten mit Parkinson in einer frühen Erkrankungsphase erreicht werden.

Sollten die mit ermittelten Werte zu Bewegungsmustern und Sprachqualitäten Auffälligkeiten zeigen, informiert die App den Nutzer darüber und bietet eine Kontaktaufnahme mit Parkinson-Spezialisten an. „Wir verbinden damit die Hoffnung, dass Betroffene sich wesentlich früher als bisher bei einem Arzt vorstellen“, erklärt Klingelhöfer. Denn nur dann können neuroprotektive Therapien entwickelt und wirkungsvoll angewendet werden.

Bisher sind meist bereits 60 bis 80 Prozent der bei Parkinson betroffenen Nervenzellen in der „Schwarzen Substanz“ (Substantia nigra) abgebaut, wenn sich Patienten wegen der dann verstärkt auftretenden motorischen Probleme wie einem Zittern der Hände, einer Muskelsteifigkeit im Schulter-Arm Bereich, einer Verlangsamung von Bewegungen oder Veränderungen beim Gehen bei einem Arzt vorstellen. „Die vorangehenden, hauptsächlich nicht-motorischen Symptome wie Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme wie Verstopfung oder eine Reduktion des Geruchssinns sind für die frühe Diagnose entscheidend“, betont Reichmann. „Und die App soll helfen, hier bei bestimmten Anzeichen die Betroffenen zu einem früheren Arztbesuch zu motivieren.“



Apr 18, 2017, 1:29:57 PM, Autor: ks