Dermatologie

Patientenorganisation: Austausch von Topika gefährdet Therapieerfolg

Die Selbsthilfegemeinschaft Haut will die Substitution von topisch anzuwendenden Arzneimitteln in der Apotheke stoppen. In einer laufenden Petition fordert der Verein eine entsprechende Korrektur der Arzneimittelrichtlinie.

Bei topischen Zubereitungen zur Behandlung von Patienten mit Hauterkrankungen beeinflusst die Galenik den Therapieerfolg, erklärt die Selbsthilfegemeinschaft Haut.
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In Deutschland leiden der Organisation zufolge etwa 6,5 Millionen Kinder und Erwachsene an chronischen Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Psoriasis. Durch die Substitution in der Apotheke erhielten sie häufig Mittel, die für sie ungeeignet seien. „Die Folgen sind unwirksame Therapien, eine mögliche Verschlimmerung des Krankheitsbildes, höhere Allergierisiken – und am Ende höhere Kosten für die Krankenkassen.“

Das Gesetz zur Austauschbarkeit ärztlicher Verordnungen in der Apotheke führe so bei unmittelbar auf der Haut anzuwendenden Medikamenten bei Patienten mit Hauterkrankungen zu vielen Schäden, heißt es. „Topika haben im Gegensatz zu festen Arzneimitteln auch bei Gleichheit der offiziellen Wirkstoffe sehr unterschiedliche Wirk- und Nebenwirkungseigenschaften.“ Denn hier beeinflusse auch zum Beispiel die Galenik den Therapieerfolg. Die Selbsthilfegemeinschaft fordert daher, den Gemeinsamen Bundesausschuss mit einer Korrektur der Arzneimittelrichtlinie zu beauftragen. „Ärztlich verordnete Topika sollten nicht länger in der Apotheke ausgetauscht werden müssen.“ Unterstützer können die Petition noch bis zum 8. Mai unterzeichnen.

Apr 18, 2017, 10:25:47 AM, Autor: cm