Höhen-Kopfschmerzen

Migräne ein Risikofaktor, Alter ein Schutzfaktor

Bei der Beratung von Personen, die Touren im Hochgebirge vorhaben, sollten die Vorerkrankungen Migräne und häufige Kopfschmerzen detailliert abgefragt werden. Diese Faktoren erhöhten die Wahrscheinlichkeit, beim Aufstieg in große Höhen an Höhen-Kopfschmerzen zu leiden, berichtet Dr. Jörg Schneider (Kempten) in der Zeitschrift „Flugmedizin Tropenmedizin Reisemedizin“.

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44  Prozent der 667 untersuchten Bergsteiger litten während oder nach der Tour unter Kopfschmerzen.
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Beim Aufstieg in große Höhen erleiden nach Angaben des Autors bis zu 80 Prozent aller Personen Kopfschmerzen. Häufige Kopfschmerzarten in diesen Höhen seien: Acute Mountain Sickness (AMS), High Altitude Headache (HAH) und Migräne, die durch den Aufstieg in große Höhen ausgelöst werde. Kopfschmerzen und Migräneanfälle könnten allerdings auch durch große Anstrengungen ausgelöst werden.

In eine vorliegende Untersuchung seien 667 Bergsteiger aufgenommen worden. Alle hätten entweder den Mount Grays (4352 m) oder den benachbarten Mount Torreys (4349 m) in Colorado bestiegen. 44  Prozent der Bergsteiger hätten während oder nach der Tour Kopfschmerzen gehabt, wobei die große Mehrheit der Schmerzen (98 Prozent) der Definition für Höhen-Kopfschmerzen entsprechend der Definition der International Headache Society (IHS) entsprochen hätten. Bei zehn Prozent der Kopfschmerzen habe es sich um eine Migräne ohne Aura gehandelt. 26  Prozent seien als „Acute Mountain Sickness“ eingestuft worden.

Als Risikofaktoren für Höhen-Kopfschmerzen erwies sich außer einer Migräne in der Vorgeschichte das Alter. So hätten Bergsteiger zwischen 35 und 50 Jahren seltener an Kopfschmerzen gelitten als jüngere. Bei über 51-Jährigen sei die Wahrscheinlichkeit für Kopfschmerzen noch geringer, Kopfschmerzen zu bekommen. Geschlecht, persönliche Fitness (personliche Angaben der Bergesteiger) Flüssigkeitszufuhr und kürzlicher Alkoholkonsum seien der Studie zufolge hingegen nicht mit einer erhöhtem Kopfschmerz-Risiko verbunden.

Apr 28, 2017, 7:08:08 AM, Autor: Dr. med. Thomas Kron