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850.000 Euro landen in der Mülltonne

Mehrere Millionen Euro landen jedes Jahr in der Mülltonne – in Form von Medikamenten. Denn wenn ein Patient im Hospiz stirbt, müssen alle Medikamente, die ihm verschrieben worden sind, vernichtet werden – auch wenn die Packungen noch nicht geöffnet worden sind. Das ist gesetzlich so vorgeschrieben.

Für die Caritas ein großes Ärgernis. Allein in den Hospizen in Nordrhein-Westfalen müssen im Jahr Medikamente im Wert von 850.000 Euro weggeworfen werden, hat die Organisation ausgerechnet. Denn gerade in Hospizen werden oft Medikamente gegen Atemnot, Husten, Übelkeit oder Erbrechen vorsorglich verschrieben, vom Hospiz gelagert und erst bei Bedarf ausgegeben. Die Caritas hat deshalb vorgeschlagen, dass diese Arzneimittel in einen Vorrat aufgenommen werden, aus dem der Arzt sie dann an andere Bewohner im Hospiz weiterverordnen kann. So ist das bereits bei sehr starken Schmerzmitteln geregelt.

Die Bundesregierung allerdings sieht keinen Handlungsbedarf. Im Verhältnis zu den Gesamtausgaben für die Arzneimittelversorgung gebe es kein „relevantes Einsparpotenzial“, meint sie. Nun ist es in der Tat so, dass die Kassen allein im vergangenen Jahr über 39 Milliarden Euro für Medikamente ausgegeben haben. Dennoch: Einige eingesparte Millionen sind auch nicht gerade wenig. Wie viel genau eingespart werden könnte, das weiß allerdings keiner so genau. Denn außer der Caritas-Berechnung gibt es keine verlässlichen Zahlen. Das gibt auch die Regierung zu. Handlungsbedarf sieht sie aber nicht.

Mar 17, 2016, 2:17:13 PM, Autor: na / durchblick-gsundheit Januar-März 2016